Wie Sie durch digitale Präsenz mehr Mitarbeitende im Gesundheitswesen gewinnen können

Digitalpräsenz ist heutzutage unverzichtbar, um als Arbeitgeber interessant zu bleiben. Gesundheitseinrichtungen können ihre Arbeitgebermarke durch eine ansprechende Website, Social-Media-Kanäle und Karriereseiten stärken. Foto: Gettyimages
Qualifiziertes Personal ist ein zentraler Erfolgsfaktor für jedes Unternehmen, vor allem im Gesundheitswesen. Deshalb ist es entscheidend, kontinuierlich neue Mitarbeitende zu gewinnen.[1] Eine starke Online-Präsenz ist neben klassischen Rekrutierungsmethoden unverzichtbar, da viele Bewerber:innen ihre Jobsuche online beginnen.
Social Media für die Ansprache von Bewerber:innen
Digitalpräsenz ist heutzutage unverzichtbar, um als Arbeitgeber interessant zu bleiben. Gesundheitseinrichtungen können ihre Arbeitgebermarke durch eine ansprechende Website, Social-Media-Kanäle und Karriereseiten stärken.[2]
Giovanni Bruno, Geschäftsführender Gesellschafter der Fokus digital GmbH – Digitalagentur der Pflege- und Sozialwirtschaft, betont: „Arbeitgeber benötigen heute eine Kombination aus Digitalstrategie und Arbeitgebermarke, da der Fachkräftemangel sie dazu drängt, sich digital professioneller aufzustellen.“[3]
Social Media eignet sich, um erste Kontakte zu knüpfen. Plattformen wie LinkedIn und Instagram sind ideal, um Aufmerksamkeit zu erregen.[4] „Social-Media-first“ erweist sich als sehr schnell sehr erfolgreich in Bezug auf den Anstieg qualifizierter Bewerbungen[5], sagt Dr. Anja Konhäuser, Co-Founder von OMMAX, einer Agentur, die Unternehmen bei der digitalen Optimierung unterstützt. Oft wird vergessen, dass alle Besucher:innen von Websites oder Social Media Accounts potenzielle Bewerber:innen sind.[6] Auch Personen, die nicht aktiv auf Jobsuche sind, können dadurch erreicht werden.
Herausforderung Social Media-Strategie
Viele Gesundheitseinrichtungen sind online jedoch kaum wahrnehmbar. Es fehlt an einer klaren Social Media-Strategie und einer professionellen Digitalpräsenz.[7] Obwohl Interesse besteht gibt es Bedenken, wie mit negativen Kommentaren unzufriedener Patient:innen oder dem lockeren Kommunikationsstil umgegangen werden soll. Dabei informieren sich Patient:innen heutzutage selbstständig über verschiedenste Krankheitsbilder online. Der Gedanke, dass medizinische Inhalte zu komplex für soziale Netzwerke sind, ist nicht mehr zutreffend. Medfluencer:innen machen es vor: Sie bereiten Themen kurz und konkret auf und bieten leicht verständliche Videos zu Gesundheitsthemen an.
Digitale Präsenz erfolgreich gestalten
Virtuelle Lösungen sind in der Personalgewinnung nicht mehr wegzudenken. Eine ansprechende Karriereseite, authentische Social-Media-Inhalte und regelmäßige Aktualisierungen fördern die positive Wahrnehmung. Gute Bewertungen auf Jobportalen und die Präsenz auf beruflichen Netzwerken bieten zusätzliches Potenzial. Entscheidend im Aufbau einer Digitalstrategie ist es, genügend Mitarbeitende einzustellen, die die Kanäle umfassend bespielen und betreuen.[8] Lieblos gestaltete Websites, fehlendes responsives Design oder vernachlässigte Social Media-Accounts hinterlassen einen negativen Eindruck.
Die Wahl der passenden Plattform sollte anhand der Zielgruppe und der Unternehmensziele erfolgen. Jedes Netzwerk hat eine eigene Nutzer:innenbasis und Kommunikationsart.[9] LinkedIn eignet sich beispielsweise um Fachkräfte und Berufserfahrene anzusprechen, während Instagram und TikTok eher jüngere Zielgruppen erreichen.[10]
Im Gesundheitswesen stehen die Mitarbeitenden im Mittelpunkt. Dies sollte auch auf Social Media sichtbar werden, indem sie zu Wort kommen und Erfahrungen teilen. Beispiele und Ideen für Inhalte:
- Takeover & Behind the Scenes: Übernahme des Kanals durch Mitarbeitende, die Einblicke in ihren Arbeitsalltag geben
- Reposts: Teilen von relevanten Inhalten und Themen, die Branche oder
Unternehmen betreffen - Unternehmenskultur: Beiträge über Firmenfeiern oder Thementage
- Onboarding: „Ersti-Tag“ einer neuen Kollegin in einem Reel festhalten
Fazit
Digitalpräsenz ist kein Add-on mehr sondern entscheidend für den Erfolg der Personalgewinnung. Voraussetzung ist eine klare Strategie, Authentizität und die Bereitschaft digital zu agieren. So lässt sich eine starke Arbeitgebermarke etablieren und den Anschluss an Digital Natives sichern.
Autorin: Janina Lutz
Dieser Blogbeitrag entstand im Rahmen einer Kooperation mit der Technischen Hochschule Würzburg Schweinfurt im Rahmen des Masterstudiengangs Fachjournalismus und Unternehmenskommunikation
[1] vgl. Martin Camphausen, „Zur Bedeutung von Employer Branding für das Gesundheitswesen“, in Employer Branding im Gesundheitswesen, hg. von Martin Camphausen (Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH, 2020), 25, https://doi.org/10.17433/978-3-17-035807-2.
[2] 2 vgl. Camille Delorme, „Recruiting im Gesundheitswesen: So gewinnen und binden Sie die besten Fachkräfte“, Blog, Stepstone insider, 2025, https://www.stepstone.de/e-recruiting/hr-wissen/recruiting/recruiting-gesundheitswesen/.
[3] vgl. Dr. Thomas Hilse und Giovanni Bruno, „Digitale Arbeitgebermarke als Erfolgsfaktor“, Health&Care Management, 2022, https://www.hcm-magazin.de/digitale-arbeitgebermarke-als-erfolgsfaktor-312952/.
[4] vgl. Camphausen, „Zur Bedeutung von Employer Branding für das Gesundheitswesen“, 2020, 138.
[5] vgl. Susanne Ehneß, „Vorsprung durch Talentakquise“, Healthcare Digital, 2024, https://www.healthcaredigital.de/vorsprung-durch-talentakquise-a-7853fee90443862c5942c899c54bc5c8/.
[6] vgl. Henner Knabenreich, „Employer Branding als notwendige Maßnahme gegen den Fachkräftemangel“, in Employer Branding im Krankenhaus: Ein praxisorientierter Wegweiser, hg. von Marion Friers (Stuttgart: W. Kohlhammer GmbH, 2019), 33, https://doi.org/10.17433/978-3-17-035803-4.
[7] vgl. Camphausen, „Zur Bedeutung von Employer Branding für das Gesundheitswesen“, 2020, 37.
[8] vgl. Jana Swientek, „Social-Media-Recruiting im Krankenhaus“, praktischArzt, 2024, https://www.praktischarzt.de/magazin/social-media-recruiting-im-krankenhaus/.
[9] vgl. Martin Poreda, „Social Media einsetzen beim Employer Branding“, in Employer Branding: die Arbeitgebermarke gestalten und im Personalmarketing umsetzen, hg. von Deutsche Gesellschaft für Personalführung, Bd. 102, DGFP PraxisEdition (Bielefeld: Bertelsmann, 2012), 125.
[10] vgl. Knabenreich, „Employer Branding als notwendige Maßnahme gegen den Fachkräftemangel“, 32f.